Migros: Annina Erb über die Änderung von 150 Rezepturen und die damit verbundene Reduktion des Zucker- und Salzgehalts

ZURICH, 2015-8-10— /EPR Retail News/ — Annina Erb, Leiterin des Bereichs Ernährung und Gesundheit beim Migros-Genossenschafts-Bund, über die Änderung von 150 Rezepturen und die damit verbundene Reduktion des Zucker- und Salzgehalts.

Annina Erb, warum ändert die Migros die Zusammensetzung von über 150 Produkten?

Weil wir in der Schweiz generell zu viel Zucker, Salz und Fett essen, während es unserer Nahrung an Ballaststoffen fehlt. Das erhöht unter anderem das Risiko von Übergewicht, Diabetes und Kreislauferkrankungen. Natürlich ist ein gesunder Lebensstil ein Puzzle mit sehr vielen Teilen – auch genügend Bewegung gehört dazu. Mit denRezepturanpassungen, die wir in Abstimmung mit unseren Versprechenentwickelt haben, können wir aber zumindest einen Puzzlestein zum Wohlbefinden der Kunden beitragen.

Verändert die neue Zusammensetzung nicht den vertrauten Geschmack der Produkte?

Die betroffenen M-Industriebetriebe versuchen, den Geschmack zu erhalten, indem sie zum Beispiel Salz durch Kräuter oder andere würzige Zutaten ersetzen. Teilweise werden die Konsumenten auch schrittweise an einen neuen Geschmack gewöhnt, indem etwa der Zuckergehalt eines Produkts nach und nach verringert wird.

Die rund 150 Produkte sind ja nur ein Bruchteil des Migros-Sortiments. Warum werden nicht mehr Rezepturen verändert?

Vorgängig hat die Migros 1400 ihrer Lebensmittel analysiert. Bei vielen Produkten gab es keinen Grund, die Rezeptur zu ändern. Am Ende wurde eine Gruppe von über 150 Produkten ausgewählt, bei denen Handlungsbedarf besteht. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Joghurts, Suppen, Frühstückscerealien und Fertiggerichte. Allein schon die Umstellungen bei diesen Lebensmitteln ist mit viel Aufwand verbunden.

Bis 2019 sollen die Rezepturen angepasst sein. Wie geht es danach weiter?

Die Arbeit ist dann keineswegs abgeschlossen: Die veränderten Rezepturen dienen nun als Standard für ganze Produktegruppen. Werden in Zukunft etwa neue Suppen, Fertiggerichte oder Müesli eingeführt, so sollen auch diese Lebensmittel möglichst wenig Zucker,Salz und Fett sowie einen bestimmten Anteil an Nahrungsfasern enthalten.

Infopoint

Im Beisein von Bundesrat Alain Berset haben Anfang August zehn Schweizer Unternehmen  – unter anderem die Migros – ein sogenanntes«Memorandum of Understanding»unterzeichnet. Damit erklären sie sich bereit, ihre Rezepturen von Joghurt und Frühstücks-cerealien zu überprüfen.

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Quelle: Migros Magazin

Quelle: Migros Magazin

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